Sadhana: was es ist und warum es alles verändert

Die meisten von uns kennen das Gefühl, die Dinge einfach durchzuziehen. Wir erledigen, was erledigt werden muss, Arbeit, Beziehungen, Verpflichtungen, und irgendwo darunter liegt ein leises Gefühl, dass etwas fehlt. Keine Krise. Nur ein stilles Hintergrundgeräusch, das sagt: da ist noch mehr.

Sadhana ist eine Praxis, die genau auf dieser Ebene arbeitet.

Das Wort kommt aus dem Sanskrit und bedeutet tägliche spirituelle Praxis. Im Kundalini Yoga ist Sadhana das Herzstück, das, was, konsequent über Zeit praktiziert, beginnt zu verändern, was Worte und Verstand allein nicht erreichen können.

Ich bin nicht die disziplinierteste Person. Aber Sadhana hat etwas in mir verändert, das ich mit Willenskraft alleine nie hätte verändern können. Und ich habe gesehen, wie es auch andere verändert hat.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist Sadhana?

  2. Woher Sadhana kommt

  3. Was passiert, wenn wir täglich üben

  4. Warum Sadhana in der Gemeinschaft anders ist

  5. Wie man anfängt

  6. Montag-Morgen-Sadhana bei Gobinde

  7. Häufig gestellte Fragen

Was ist Sadhana?

Sadhana bedeutet wörtlich: tägliche spirituelle Praxis. Aber was das wirklich heisst, lässt sich nicht so einfach in eine Definition pressen.

Für mich ist Sadhana alles, was mich aus dem Kreisen meines Geistes herausholt. Alles, was mich nach innen verbindet. Was mich erinnert, woher ich komme. Es geht darum, sich daran zu erinnern, dass ich Teil von etwas Grösserem bin, dass ich Natur bin, nicht nur Gedanken, die sich im Kreis drehen.

Eine vollständige Aquarian Sadhana umfasst Japji, ein Kundalini Yoga Kriya und 60 Minuten Singen der Aquarian Mantras. Sie wird vor Sonnenaufgang praktiziert, wenn das Elektromagnetfeld der Erde noch still ist, die Welt noch nicht aktiv ist und der Zugang zum Unterbewussten leichter fällt.

Es ist kein Workout. Kein Produktivitätsritual. Es ist eine Rückkehr zu dir selbst, bevor der Tag dich wieder in deine gewohnten Muster zieht.

Woher Sadhana kommt

Sadhana als Konzept gibt es in vielen spirituellen Traditionen. Das Wort kommt aus dem Sanskrit und taucht in hinduistischen, buddhistischen, islamischen und Sikh-Praktiken auf. Die Grundidee ist überall dieselbe: eine konsequente tägliche Praxis, praktiziert über Zeit, schafft eine Transformation, die kein einzelner Workshop ersetzen kann.

Im Kundalini Yoga ist Sadhana tief in der Sikh-Tradition verwurzelt, durch das Japji, durch die Aquarian Mantras. Diese Verbindung lebendig zu halten, anstatt sie zu vereinfachen oder zu verwestlichen, ist ein Teil dessen, was der Praxis ihre Tiefe gibt.

Was passiert, wenn wir täglich üben

Wenn wir jeden Tag etwas tun, hat das einen tiefgreifenden Impact auf unser Sein. Wir formen unseren Geist. Wir formen unsere Gewohnheiten. Und wenn unsere Gewohnheiten sich verändern, verändert sich unser Leben.

Wir alle haben Muster. Reaktionen, die wir irgendwann gelernt haben, um zu überleben, oder einfach weil sie bequem waren. Sadhana bringt uns dazu, genau diese Muster zu sehen. Nicht durch Analyse. Durch Erfahrung.

Früh aufzustehen bedeutet, früh ins Bett zu gehen. Es bedeutet, die Ernährung zu überdenken. Wer nach einem Abend mit Fondue, Schnapfs und wenig Schlaf um 4 Uhr aufstehen will, merkt sehr schnell: die Praxis verändert nicht nur den Morgen. Sie verändert alles.

Manchmal ist es wirklich nicht einfach. Es kann dieses komische Gefühl geben, verloren, anders, allein zu sein, während die ganze Welt noch schläft. Und trotzdem: wenn man dann da sitzt und übt, passiert etwas. Etwas, das ich nicht ganz in Worte fassen kann. Etwas, das man erfahren muss.

Warum Sadhana in der Gemeinschaft anders ist

Alleine zu üben hat echten Wert. Aber zusammen zu üben ist eine andere Qualität.

Wenn wir gemeinsam früh morgens singen und meditieren, ziehen wir einander hoch. Das ist keine spirituelle Aussage, das ist, was ich jedes Mal erlebe, wenn wir es zusammen tun. Die Gruppe schafft ein Feld. Was keiner von uns alleine erschaffen könnte, entsteht im Raum zwischen uns. Die Energie ist spürbar, sie verbindet und sorgt für Rückenwind.

Manchmal kann Sadhana sehr bewegend sein. Besonders dann, wenn gerade etwas in unserem Leben los ist, das uns emotional stark trifft. Ich hatte viele Sadhanas, in denen es sich anfühlte, in einem kleinen Boot in stürmischen Gewässern zu sitzen, umspült von hohen Wellen, die mein kleines Bötchen hin und her schleuderten. Und ich sitze dort und singe, Wahe Guru, Wahe Guru, Wahe Guru, und es wird zu einem Licht, auf das ich mich konzentrieren kann, und ich ziehe mich immer wieder zurück zu dem, was wirklich zählt.

Wie man anfängt

Das Wichtigste beim Anfangen ist: es gibt keinen falschen Weg anzukommen.

Die volle Aquarian Sadhana dauert zweieinhalb Stunden. Das alleine durchzuziehen braucht viel Commitment. Wenn du, eher ein Disziplinmuffel bist, fang klein an.

Beginne mit dem, was ehrlich möglich ist. Schon ein einziges Mantra, mit voller Aufmerksamkeit praktiziert, reicht aus, um dem Nervensystem eine neue Richtung zu zeigen. Eine 40-Tage-Verpflichtung ist ein klassischer Rahmen im Kundalini Yoga und ein guter Container, um die Gewohnheit aufzubauen. Was am meisten zählt, ist Ehrlichkeit. Die Praxis ist ein Spiegel dafür, wie wir uns zu allem anderen im Leben verhalten.

Sei dabei ganz ehrlich mit dir. Es geht nicht darum, dass es immer schön ist. Es geht ums Lernen, ums Wachsen. Manchmal fühlst du dich grossartig und voller Liebe. Manchmal kommt etwas hoch, das sich gar nicht gut anfühlt. Beides ist gut. Was ans Licht kommt, verliert seine Kraft. Jeder Troll ist weniger angsteinflössend, wenn wir ihn ansehen.

Ein paar praktische Einstiegspunkte:

  • Beginne mit 11 Minuten eines einfachen Kundalini Yoga Kriyas oder einer Meditation

  • Füge Singen hinzu, wenn es sich richtig anfühlt

  • Übe jeden Tag zur selben Zeit, Kontinuität ist wichtiger als Dauer

  • Übe wann immer möglich mit anderen

Montag-Morgen-Sadhana bei Gobinde Studio in Zürich

Montags halten wir bei Gobinde Yoga in Zürich Sadhana, von 6:00 bis 8:00 Uhr. Wir kommen zusammen und starten gemeinsam in den Tag. 

Die Sadhana ist auf Spendenbasis, in der Regel 5 bis 20 CHF, und findet statt, wenn sich mindestens drei Personen anmelden. Das Format folgt der Aquarian Sadhana: Japji, Aufwärmen, ein Kundalini Yoga Kriya und 40 bis 50 Minuten Singen. Es ist keine geführte Klasse, wer anleitet, übt selbst aktiv mit.

Die Praxis beginnt vor Sonnenaufgang. Das ist Teil des Sinns.

Wer dabei sein möchte, kann der Telegram-Gruppe beitreten, in der die Termine angekündigt werden. Den Link findest du auf der Website.

Häufig gestellte Fragen

  • Im Kundalini Yoga ist Sadhana die tägliche spirituelle Praxis, die in den frühen 

    Morgenstunden vor Sonnenaufgang durchgeführt wird. Sie umfasst typischerweise das 

    Japj,, ein Kundalini Yoga Kriya und eine ausgedehnte Singsession mit den 

    Aquarian Mantras. Sie gilt als das Herzstück des Kundalini Yoga.

  • Eine traditionelle Aquarian Sadhana dauert etwa zweieinhalb Stunden. Aber jede konsequente 

    Sadhana Praxis hat ihren Wert. Mit 11 Minuten Meditation oder einem täglich geübten 

    Mantra anzufangen, ist ein bedeutungsvoller Beginn. Die Kontinuität zählt mehr als die 

    Dauer.

  • Ja. Es gibt keinen falschen Weg anzukommen. Anfänger sind bei einer 

    Gruppen-Sadhana willkommen, zusammen mit anderen zu üben ist oft zugänglicher als 

    alleine von Grund auf anzufangen.

  • Die traditionelle Zeit ist vor Sonnenaufgang, ungefähr zwischen 3:30 und 6:00 Uhr. Dies 

    ist die Zeit, in der das Magnetfeld der Erde als am förderlichsten für Meditation und 

    innere Arbeit gilt. In der Praxis ist Kontinuität wichtiger als die genaue Stunde.

  • Meditation ist eine Komponente einer Sadhana Praxis. Eine vollständige Sadhana 

    umfasst Mantra, Bewegung, Atemübungen und Singen, es ist eine vollständige 

    Morgenpraxis, nicht eine einzelne Technik. Meditation ist ein Teil davon, nicht das 

    Ganze.

Sadhana ist kein Produktivitätswerkzeug und keine Wellness-Gewohnheit. Es ist eine tägliche Rückkehr zu etwas Tieferem, eine Möglichkeit, alte Schichten abzustreifen, nicht durch Kraft oder Willenskraft, sondern durch konsequente Praxis über Zeit.

Ob wir alleine oder in einer Gruppe üben, zwei Stunden oder elf Minuten - die Richtung ist dieselbe. Wir arbeiten auf der Ebene, wo echte Veränderung wirklich stattfindet.

Kommt dir etwas davon bekannt vor dieses stille Gefühl, dass mehr verfügbar ist, als die meisten Tage zu bieten scheinen?

Bei Gobinde Yoga in Zürich üben wir jede Woche gemeinsam Kundalini Yoga. Montag morgens halten wir Sadhana für alle, die tiefer gehen möchten. Es ist ein Raum, in dem wir einfach sein können, ohne etwas beweisen oder performen zu müssen.

Komm und erlebe es selbst.

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Dieser Artikel wurde von Judith Ender verfasst, Gründerin von Gobinde Yoga in Zürich und Kundalini Yoga Lehrerin mit über 15 Jahren Praxis und Unterricht. Sie arbeitet mit Menschen, die bereit sind, aus den Schleifen des Geistes herauszutreten und zu entdecken, was eine konsequente Praxis öffnen kann.

www.jiokundaliniyoga.com

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