Kundalini-Erweckung – ein Blick ohne Versprechen
Was ist eigentlich eine Kundalini-Erweckung? Ehrlich gesagt, ich weiss es nicht genau. Es ist eines dieser Worte, die gross klingen und bei denen trotzdem niemand so richtig weiss, wovon er spricht, mich eingeschlossen. Ich kann dir nur erzählen, was ich in meiner eigenen Praxis erlebe und bei Menschen sehe, mit denen ich seit Jahren die Praxis teile. Mehr nicht.
Falls du selbst eine Erweckung erlebt hast, dauerhaft, mit permanenter Verbundenheit und ohne dass dir dein Ego zwischendurch wieder reinredet, dann melde dich bei mir. Ich würde dich wirklich gerne kennenlernen.
Inhalt
Kundalini-Rising – kleine Blitze von Verbindung
Kundalini-Nebenwirkungen – bitte Packungsbeilage lesen
Warum Aufbau statt Abkürzung
Die Praxis ist die Aktivierung
Was sich mit der Zeit verändert
Häufig gestellte Fragen
Kundalini-Rising – kleine Blitze von Verbindung
Das sind die Momente, in denen absolute Liebe da ist, mit allem und allen. In denen man annehmen kann, was ist, ohne es sofort bewerten oder verändern zu wollen. Kurze Blitze, in denen sich das Ego auflöst und man wirklich spürt, Teil von etwas Grösserem zu sein.
Diese Momente kenne ich gut. Sie tauchen immer wieder auf, wenn ich praktiziere, wenn ich voll im Moment bin, beim Liebe machen, in der Natur, beim Kochen, beim Essen. Ein Aufleuchten, ein Erinnern, und dann ist es auch schon wieder weg. Das Ego meldet sich zurück, wie es das zuverlässig tut – ein Moment auf Social Media reicht oft schon als Abkürzung für den Verbindungskiller.
Es ist kein Zustand, in dem man wohnen bleibt, eher ein Ort, den man besucht. Jedes Mal ist es eine Erinnerung daran, was sein könnte, wenn man bereit wäre, alles und jeden, sich selbst eingeschlossen, einfach nur anzunehmen. Diese Momente sind Geschenke. Kein Ziel, das man sich erarbeitet und dann für immer behält, wie eine Trophäe im Regal.
In meiner ganzen Zeit auf diesem Weg bin ich noch niemandem begegnet, der dauerhaft in diesem Zustand lebt. Ich kenne viele Menschen, die durch die Praxis bewusster, klarer und verbundener geworden sind. Aber sie bleiben Menschen. Mit einem Ego, das ab und zu wieder mitreden will.
Kundalini-Nebenwirkungen – bitte Packungsbeilage lesen
Was Menschen erleben, ist selten das, was sie erwartet haben. Es ist meist subtil, bevor es überhaupt spürbar wird.
Was über Wochen und Monate konsequenter Praxis häufig auftaucht:
Wärme im Körper während der Kriyas, besonders um das Nabelzentrum
Emotionale Entladungen während oder nach der Stunde, manchmal unerwartet
Veränderungen im Schlaf, mal tiefer, mal vorübergehend gestört
Alte Muster tauchen auf, nicht um Probleme zu machen, sondern um verarbeitet und losgelassen zu werden
Eine Beruhigung der mentalen Schleifen, die vorher automatisch liefen
Ein wachsendes Gespür dafür, was wirklich zählt und was nicht
Man weiss plötzlich viel klarer, was man will, und ist nicht mehr bereit, bei allem mitzumachen
Das sind keine Zeichen, dass etwas falsch läuft. Es sind Zeichen, dass etwas wirkt.
Auch hier gibt es keine feste Regel. Nicht jeder erlebt alles, nicht jeder erlebt es gleich stark oder in dieser Reihenfolge. Wichtiger als jedes einzelne Symptom ist Offenheit, sich selbst und dem Prozess gegenüber. Jeder Mensch ist individuell, und das gilt auch hier.
Warum Aufbau statt Abkürzung
Unsere Praxis ist bewusst so aufgebaut, wie sie ist. Die Kriyas bauen die Kapazität des Körpers Stück für Stück auf. Die Atemarbeit stärkt das Nervensystem. Die Meditation schafft Raum, um zu verarbeiten, was hochkommt.
Nervensystem, Körper und Psyche dürfen sich Zeit nehmen, um bereit zu werden für das, was sich durch die Praxis bewegt. Keine Abkürzung. Vorbereitung.
Die Praxis ist die Aktivierung
Kundalini-Erweckung lässt sich nicht getrennt von der Praxis suchen. Die Praxis ist die Aktivierung.
Diese Praxis ist ein ehrliches Hinschauen, das in die tiefsten Tiefen geht. Ein Ort, an dem man sich selbst begegnet und das Unterbewusste hochkommen lässt, ohne wegzulaufen. Jedes Mal, wenn wir mit Mantra einstimmen, geben wir dem Nervensystem eine Richtung. Jedes Kriya arbeitet an einem bestimmten Teil des energetischen Körpers. Jede lange Entspannung lässt integrieren, was losgelassen wurde. Jedes Mal, wenn wir Feueratem praktizieren oder eine Haltung über den Punkt des Komforts hinaus halten, arbeiten wir am Nabi, dem Nabelzentrum, wo dieser Prozess beginnt.
Die Erweckung ist nicht das Ziel. Sie ist das Elixier, das uns dranbleiben lässt, in kleinen Dosen verabreicht, während die Praxis genau das tut, wofür sie gemacht ist. In Gemeinschaft werden diese Dosen grosszügiger und finden uns schneller. Wenn wir gemeinsam in dieselbe Richtung rudern, kommen wir weiter, als jede und jeder für sich allein könnte, es entsteht eine Energie im Raum, die sich nicht allein erzeugen lässt.
Was sich mit der Zeit verändert
Nach Monaten konsequenter Praxis beschreiben Menschen etwas, das schwer zu benennen ist. Keine Erleuchtung, auf die man zeigen kann. Eher eine Neukalibrierung. Die Dinge, die früher in Angst-Schleifen gezogen haben, haben weniger Grip. Das stille Gefühl, dass etwas fehlt, das lange im Hintergrund sass, beginnt sich zu lichten.
Sie hören auf, um sich selbst zu kreisen. Nicht weil sie etwas erreicht haben, sondern weil die Praxis auf der Ebene gearbeitet hat, wo das Kreisen wirklich stattfindet.
Häufig gestellte Fragen
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Der Prozess, durch den die schlafende Kundalini-Energie an der Basis der Wirbelsäule beginnt, sich durch den Körper zu bewegen. In der Praxis ist sie weniger ein einzelnes Ereignis als ein allmählicher Prozess des Loslassens alter Muster.
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Wärme im Körper, emotionale Entladungen, veränderter Schlaf, erhöhte Sensibilität, eine andere Beziehung zu alten mentalen Mustern. Meist Zeichen, dass die Praxis wirkt, nicht dass etwas falsch läuft.
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Energie, die schneller fliesst, als das System bereit ist, kann destabilisierend sein. Deshalb praktiziert man am besten innerhalb einer strukturierten Tradition, mit einer qualifizierten Lehrperson und Gemeinschaft um sich herum.
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Durch konsequente Praxis. Keine Abkürzung, die die Vorbereitung umgeht. Durch Selbstreflexion, das Erkennen alter Muster und aktives Handeln.
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Nein. Die meisten Menschen spüren echte Veränderungen lange bevor sie es "Erweckung" nennen würden.
Kundalini-Erweckung ist nichts, das man jagt. Sie entsteht, wenn überhaupt, aus der Praxis selbst, leise, langsam, und meistens ganz anders, als man es sich vorgestellt hat.
Wenn dich das neugierig macht, ist die Tür eine Stunde entfernt. Bei in Gobinde Studio Zürich praktizieren wir jeden Montag- und Mittwochabend gemeinsam Kundalini Yoga.
Dieser Artikel wurde von Judith Ender verfasst, Gründerin von Gobinde Studio in Zürich und Kundalini Yoga Lehrerin mit über 15 Jahren Praxis und Unterricht. Sie arbeitet mit Menschen, die bereit sind, aus den Schleifen des Geistes herauszutreten und zu entdecken, was eine konsequente Praxis öffnen kann.